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| Tanz der Vampire Jahr: 1967 Schauspieler/Schauspielerinnen: - Roman Polanski - Jack MacGowran Polanskis Kult-Hit, jetzt endlich auf DVD! Roman Polanskis ("Der Pianist") erster "Big Budget"-Film, die Grausigkeitkomödie "Tanz der Vampire", hat eine interessante, wenig bekannte Geschichte. Zur Veröffentlichung im Jahr 1967 wollte ein nervöses Studio (MGM mit Chef-Cutterin Margaret Booth) den Film für die USA nämlich durch Neuschnitt und Neuvertonung in eine Art Slapstick-Komödie umstricken, was aber gründlich daneben ging. Die von Polanski ursprünglich beabsichtigte Kernaussage des Films - die Chancenlosigkeit von tugendhaften Individuen gegen das organisierte Böse (ein auch in "Rosemarys Baby" oder "Chinatown" präsentes Thema) - ging dabei ebenso verloren wie die fein abgestimmte Balance der Charaktere untereinander. Der US-Schnitt mit dem Titel "The Fearless Vampire Killers, or, Pardon Me, but Your Teeth are In My Neck" war so misslungen, dass Polanski schliesslich verlangte, seinen Namen von der Liste der Mitwirkenden im Film zu entfernen. An dieser Stelle sei aber bereits erwähnt, dass der Film auf dieser DVD der von Polanski abgesegnete europäische Originalschnitt ist. Der Film erzählt die Abenteuer von Vampirexperte Professor Abronsius (Jack MacGowran) und seinem Assistenten Alfred (Roman Polanski), deren Reisen sie in ein Gasthaus im verschneiten Transsylvanien führt. Das Gasthaus ist mit Girlanden von Knoblauch vollgehängt und die Einheimischen verschwiegen wie ein Grab. Sind eventuell Vampire im Spiel? Während der Professor sich daran macht, den Dingen auf den Grund zu gehen, verliebt sich Alfred in die Wirtstochter Sara (Polanskis Ehefrau und späteres Manson-Opfer Sharon Tate). Ein in der Nähe wohnender Schlossbesitzer namens Graf von Krolock (Ferdy Mayne) aber hat Sara bereits als nächstes Opfer auserwählt, und die Jagd beginnt ... "Tanz der Vampire" ist Polanskis erster grosser Film und dementsprechend üppig ausgestattet. Grossartige Schauplätze, tolle Kostüme und Requisiten und eine handverlesene Film-Crew machen die märchenhaft-schaurige Grausigkeitkomödie zu einem cineastischen Leckerbissen, der bereits kurz nach seiner Veröffentlichung zum Kult-Hit avancierte. Krystof Komedas kongenialer Soundtrack vermittelt wunderbar die Atmosphäre um die kafkaesken, skurrilen Charaktere in ihrem einsamen Kampf gegen das organisierte Böse. Der Film schöpft aus dem gesamten Spektrum des Vampirfilms von Murnaus "Nosferatu" bis zum "Dracula" der Universal bzw. Hammer Studios, entwickelt jedoch in seinen poetisch-bizarren Bildern eine eigene Qualität, die deutlich über der einer durchschnittlichen Hammer-Produktion liegt. Polanski entschied übrigens erst später bei den ersten Dreharbeiten in den Alpen, den gesamten Film auf das bessere Panavision-Format umzustellen. Bereits gefilmtes Material wurde optisch konvertiert, um es entsprechend anzupassen. Die Abronsius-Festspiele Ja, der Film wurde gekürzt. Wie immer, um ein grösseres Publikum erreichen zu können. Nicht weil zu viel Grausigkeit drin steckte, sondern weil Sharon Tate in einigen Szenen dem Verleih zu sexy rüber kam. Die DVD ist aber vier Minuten länger als die VHS !!!!!! Nun lässt sich vergleichen. Über die alte Länge konnte man noch froh sein, die US-Kopien waren immer noch kürzer. Da der Film weiter ab 12 Jahren frei ist, wird die neue Länge eher eine zu große Besorgnis derjenigen verraten, die den Film vor fast 40 Jahren fürs Kino kürzten. Der Stunt, der dem Stuntman des Koukol fast das Knick brach, als der mit dem Sarg knapp an der Kutsche der Fliehenden vorbeirast, wurde dagegen drin gelassen. Sollte Dramatisch aussehen und wurde dann auch ebenso. Schon die ersten Sekunden des Films sind unerreicht. Der komplette Anfang bis zum Auftauen Professor Ambronsius verdichten bereits eine Atmosphäre, die den gesamten Film nicht mehr verlässt. Krzysztof Komeda hat sich überragende Scores für die Filmmusik einfallen lassen. Oft liegen sie exakt in der Schwebe zum völligen unpassenden, weil übertrieben, Ruinieren einer Szene, um dann doch gerade Grausigkeiteffekte zu produzieren, genial, denn das Harmlose durch Übertreibung kippt dann doch rüber, und das immer wieder, egal wie oft man den Film sieht, ich habs nicht gezählt. Jeder Abschnitt der Filmmusik verdichtet das, was Roman Polanski im Filmaufbau des gesamten Films erreichen möchte und das vorab, aufbauend, und das ist meist ebenso in Filmen anderer kaum oder gar nicht erreicht. Es sind keine blossen Dramaturgien, die anwachsen, sondern selbst kleine akustische Szenen, die ebenso leicht von der Hand gehen wie Polanskis Regie. Mit dem Beckett-Mimen Jack MacGowran als Abronsius befindet sich ein Superprofi im Film, Beckett hat extra für ihn Rollen geschrieben, aber das Mirakel, die andern Darsteller fallen nicht ab. Alle sind klasse drauf. Als ironischer Seitenhieb finden sich immer wieder Beispiele zu Büchern, die nicht funktionieren, seien sie über Fledermäuse oder über die Wege das Herz einer Jungfrau zu erreichen verfasst worden. Was hilfts, wenn der homosexuelle Vampirsohn davon erregt wird. Und ebenso das Drehbuch, das einen Grausigkeitfilm darstellen sollte, gelangt unter einen verfremdenden Einfluss. Grausigkeit, ja, aber was für einer !!! Als hätte das Buch jemand falsches in die Hände bekommen. Zum Glück Roman Polanski, durch eine witzige Lockerheit und Distanz, die er selbst hineingelegt hat. Nicht nur die Sache mit Sharon Tate, auch der tödliche Unfall seines Freundes und Komponisten Komeda innerhalb kurzer Zeit verdeutlichen, wie wichtig es für so ein Projekt ist, daß die Richtigen zur passenden Zeit zusammengefunden haben. Auch dafür wird der Film immer stehen. Mir wird der Film, egal Wollen wir einem Engel gestatten, durchs Zimmer zu gehen? "Tanz der Vampire" schafft das, was absolut selten ist - er funktioniert als Parodie und Komödie gleichermaßen wie als Grausigkeitfilm. Als Kind habe ich mich beim Ansehen zu Tode gegruselt und konnte den Humor kaum wahrnehmen, heute kann ich gottseidank auch herzhaft lachen, dennoch jagen mir einige Szenen immer noch eine leichte Gänsehaut ein - immer schön, wenn man sich eine gewisse Naivität bewahrt. "Tanz der Vampire" funktioniert auf so vielen Ebenen und ist so viel mehr als man heute von Grausigkeitfilmen oder Parodien erwarten kann, er schafft eine wunderbare Atmosphäre, hat einen einzigartigen Humor (vielleicht am ehesten vergleichbar mit Woody Allen, aber wozu überhaupt vergleichen?), eine Mischung aus Slapstick, Dialogwitz und Farce und Dutzende von Einfällen, die für mehrere Filme gereicht hätten (die Krönung dabei ist natürlich der schwule Vampirsohn, der sich schamlos an Polanski heranmacht - was man verstehen kann, denn er spielt den Naivling absolut überzeugend). Und er lebt von kleinen Gesten und Details - ich liebe die Szene, in der Professor Abronsious vergeblich versucht, die Butter auf sein Brot zu kriegen, oder wenn er seine Reisetasche ganz nebenbei mitten auf dem Schachbrett des Grafen abstellt. <BR>Nicht zuletzt ist "Tanz der Vampire" eine großartige Gelegenheit, die Schönheit, Eleganz und Ausstrahlung der tragisch verstorbenen Ehefrau Polanskis, Sharon Tate, zu erleben. Es bricht mir immer noch das Herz zu sehen, wie die Zwei im Film zusammen spielen...<BR>Also, es gibt viele Gründe, sich die DVD zuzulegen. Der Kauf ist ein Muss, denn "Tanz der Vampire" gehört in jede gute Filmsammlung. Nebenbei bemerkt ist er ungekürzt - Käufer sollten sich nicht von den seltsamen Diskussionen hier verunsichern lassen. 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