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Nackt
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Lob und Kritik

Nackt
Jahr: 2002

Regisseur:

- Doris Dörrie

Schauspieler/Schauspielerinnen:

- Heike Makatsch
- Benno Fürmann




Liebesphilosophie

Nackt ist eine nicht ganz geglückte Umsetzung einer süffisanten Buch-Idee, ein bißchen nacktes Fleisch (wie der Titel ja bereits verspricht), ein bißchen Begrapschen - klingt nach nem gemütlichen Videoabend... erwartet man das, sitzt man wärend des Abspanns sicherlich ein bißchen enttäuscht vorm TV.
Vielmehr ist Nackt der Versuch die Liebe, deren Ups and Downs, und die Vielschichtigkeit wenigstens ansatzweise zu deuten.<BR>Eher untypisch für einen Film mit solch einem Titel wird das Thema Liebe bemerkenswert intelligent hinterfragt und wirft für den Seher selbst auch einige neue Gedanken übers Zwischenmenschliche auf - bei wievielen deutschen 'Komödien' hat man das schon?
Trotzdem gibt's von meiner Seite nur 4 Sterne, da mir das Schauspielerische Stellenweise doch zu laienhaft, der Text zu 'aufgesagt' schien.
Alles in Allem, ein netter Film, den man sich alleine oder in verliebter Zweisamkeit auch gerne ein 2. oder 3. mal anschaut.


Auf den zweiten Blick gar nicht so schlecht!

Als ich "Nackt" zum ersten Mal gesehen habe, war ich ziemlich enttäuscht: Zu wenig Tiefgang, die Möglichkeiten des tollen Darstellerensembles ungenutzt - das war meine Meinung. Beim zweiten (und dritten) Ansehen mußte ich diese Eindrücke jedoch korrigieren. Problem (und das ist sicherlich auch das Problem anderer Kritiker) ist die Erwartungshaltung. Doris Dörrie als Autorin und Regisseurin, diese Top-Besetzung - und ein viel versprechendes Thema. All das wird aber gar nicht verschenkt. Man wartet als Zuschauer nur immer wieder auf den spektakulären (oder vielleicht auch spekulativen?) Höhepunkt - und der bleibt aus. Allein schon deshalb ist der Film trotz seines vermeintlichen Dramaturgischen experimentellen Charakters realitätsnah. "Nackt" ist ein Schauspielerfilm mit ebenso nachdenklich stimmenden wie humoristisch akzentuierten Dialogen, das Porträt einer (spezifisch deutschen?) Generation, ebenso unspektakulär wie diese selbst - vorder- und manchmal sogar hintergründig geistreich, geltungs- und gefühlsbedürftig, hilflos, langweilig, zynisch, kommerzialisiert usw. Und dieser Film zeigt diese Generation nackt - nämlich authentisch.


leer, leer, leer

Es gibt Filme, die allein schon deswegen ärgerlich sind, weil sie sich für intelligenter halten, als sie wirklich sind. Die Selbstverliebtheit von „Nackt" geht dabei so weit, dass ganze Dialogpassagen („Speck auf der Seele") immer und immer wiederholt werden, als wären sie Sternstunden der Schreibkunst. Dabei hat „Nackt" nichts, aber auch gar nichts zu erzählen. Die Menschen, die hier gezeichnet werden, leben in einem Niemandsland, ihre Probleme sind (schlecht) erfunden und uninteressant, die Figuren selbst unsympathisch und langweilig. Das hohle Gerede nimmt einfach kein Ende und wird auch von den kurzen Gesangseinlagen (das hatten wir doch schon mal in einem viel besseren Film, oder? Nur dass dort die Darstellerinnen Charme und Ausstrahlung hatten.) nicht gerettet. Das Ärgerlichste an „Nackt" ist aber, dass sich jeder junge, aufstrebende Regisseur so ein fantastisches Darsteller-Ensemble wünschen würde, es sich aber im Traum nicht leisten kann, während eine gelackte Hochglanz-Produktion wie „Nackt" einen nach dem anderen für nichts und wieder nichts verschwendet. Der deutsche Film lebt? Vielleicht, aber es ist eher die Nacht der lebenden Toten.





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