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| Henry Jahr: 1990 Klassifikation: Drama Regisseur: - Philip Kaufman Schauspieler/Schauspielerinnen: - Ian Holm - Uma Thurman - Fred Ward - Kenneth Branagh - Derek Jacobi Wirklich ein Meisterwerk Das Wort "meisterhaft" nehme ich nur selten in den Mund, doch bei diesem Film scheint es gerechtfertigt. Heinrich V ist eines von Shakespeares Königsdramen, und spielt im 100 jährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Wieder mal sieht sich ein König im Recht nach der Krone das anderen Landes zu gieren, und schon befindet man sich mitten in einem Feldzug. Hier laßt sich nicht viel sagen, um Shakespeares Jahrhundergenie zu untermauern... dafür bräuchte man mehrere Seiten. Ganz persönlich gefällt mir an Heinrich V (wie auch bei so manch anderem Stück des Dichters) daß die Geschichte immer auch aus der sicht verschiedenster Sozialschichten erzählt wird. Einerseits sehen wir die Gesichte des Königs Heinrich, der auch so manches mal von Selbstzweifeln geplagt wird, ob sein blutiger Feldzug gerecht ist, und ob jede Leiche durch ihn zu verantworten ist, anderseits die seiner ehemaligen Saufkumpanen Pistol, Nym und Bardolph. Wenn überhaupt eine Kritik an Brannaghs Umsetztung des Stücks gerechtfertigt ist, so weil sein Heinrich etwas sehr strahlend und heldenhaft geraten ist. Seine Schuld gerät ins Hintertreffen. Die Schauspieler sind alle miteinander großartig. Lediglich Derek Jacobi spielt seine Rollen etwas verstaubt, und setzt sich sehr auf die schöne Sprache. Eine Falle in die Brannagh zuweilen auch tappt. Am meisten beeindruckt hat mich der Schauspieler der den heißblütigen Dauphin spielt. Ich möchte diese Gelegenheit nützen, und vor den späteren Shakespeare-Verfilmingen Brannaghs warnen. Sie sind alle samt ungenießbar, weil übermäßig eitel und kopflastig. Allen voran sein "Hamlet" der an Einfallslosigkeit nicht mehr zu überbieten ist. Auch "Viel Lärm um Nichts" bietet zwar noch ein paar nette Pointen, aber die Tatsache, daß Keanu Reeves in diesem Film die beste darstellerische Leistung bringt, spricht nicht für den Rest, oder? Noch einmal stürmt, noch einmal, liebe Freunde... Mit seinem Kinodebüt HENRY V hat sich Kenneth Branagh eine große Aufgabe gestellt: den berühmten Vorgänger von Lawrence Olivier aus den 40er Jahren ebenbürtig zu sein, ohne ihn einfach zu kopieren. Diese Aufgabe löst Branagh mit solchem Bravour, daß seine Interpretation die Oliviers sogar in den Schatten stellt.<BR>Ein Grund dafür sind vor allem die Schauspieler. Hatte man bei Oliviers Version noch das Gefühl, daß die Bestzung so zusammengestellt wurde, daß nur ja niemand an den Meister heranreicht, so wartet Branagh mit einem derart hochkarätigem Ensemble auf, daß selbst die kleinste Rolle den Zuschauer in ihren Bann zieht.<BR>Derek Jacobi wird als Chorus wunderbar in Szene gesetzt, Emma Thompson ist eine sehr lebhafte Catherine, und der nur kurz zu sehende, sterbende Fallstaff wird von Robbie Coltrane perfekt verkörpert. Michael Malloney, Richard Briers, Judi Dench, Brian Blessed und die vielen anderen Stars tragen mit ihrer Brillanz ihren Teil zum Gelingen des Films bei. Und dann ist da Branagh selbst: er porträtiert Henry V auf geniale Weise als einen jungen, unerfahrenen aber entschlossenen König voller Selbstzweifel, majästetisch, aber durchaus nicht immer sympathisch, vor allem, wenn er vor Harfleur fast in einen Blutrausch gerät (viele werfen Branagh vor, er sei arrogant, picke sich nur die besten Rollen heraus und mache alles zu einer gigantischen Selbstinszenierung, aber das Ergebnis überzeugt dermaßen, daß solche Kritik ins Leere zielt).<BR>Auch die Inszenierung ist sehr gelungen: Shakespeare schuf mit HENRY V das britische Propagandastück schlechthin, und Olivier setzte es im zweiten Weltkrieg auch als ebensolches um; Branagh schafft es dagegen, den Krieg als etwas so unmenschliches und widerwärtiges darzustellen, das Mittelalter als eine so dreckige und unangenehme Zeit, daß dem Zuschauer jede Begeisterung für "Harry, England and Saint George" im Halse steckenbleibt. Die Franzosen sind nicht die affektierten Froschfresser, sondern eher zermürbte Menschen, die mit dem Druck von Außen (die Invasion durch die Briten) genauso fertig werden müssen, wie mit dem Druck von Innen (einer heißspornigen, kriegslustigen Jugend).<BR>Das ganze wird von dem Schauspieler Patrick Doyle musikalisch unterlegt, der mit seinem ersten Filmscore ein phantastisches Debüt hinlegt und es durchaus mit Sir William Waltons Soundtrack zu Oliviers Verfilmung aufnehmen kann.<BR>Fazit: eine großartige Umsetzung einer Shakespeare-Historie, brillant besetzt und perfekt inszeniert. ABSOLUT EMPFEHLENSWERT! Shakespeare wäre entzückt Zum Film: <BR>Meiner Meinung nach, eine der besten Shakespeare-Adaptionen überhaupt. Branagh hat das Stück -einfach nur noch- genial umgesetzt. Zur DVD:<BR>endlich mal eine Shakespeare-Adaption, die man auf DVD mit englsicher Originalfassung bekommt (vgl. "Viel Lärm um nichts" oder "Verlorene Liebesmüh'", bei denen das nicht so ist)<BR>das lässt dann die fehlenden Untertitel (wären halt manchmal doch ganz praktisch ; ) und den wirklich miesen Ton der deutschen Fassung verschmerzen. Kapitelauswahl, ansonsten keine Extras, aber wollen unser Glück ja nicht gleich strapazieren ; ) Kauf Henry bei Amazon.deoder Alphamusic Kauf Poster bei Close-up-posters.de,Posternow.de, Allposters.com oder Starkalender.de Kaufen und verkaufen bei ebay.de Ticketbuchung bei Getgo oder Ticketcenter.de Klingeltöne bei Klingelton.com, Jamba oder sms4you.net | ![]() |