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Der Schmale Grat
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Lob und Kritik

Der schmale Grat
Jahr: 1998

Regisseur:

- Terrence Malick

Schauspieler/Schauspielerinnen:

- Sean Penn
- Adrien Brody




Genial und unübertroffen

Die Vergleiche mit "Saving Private Ryan" sind meiner Meinung nach völlig sinnlos, es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Filme. Spielberg spricht den Geist an, Malick das Herz.
Nie zuvor gab es einen so poetischen, tragischen und ehrlichen Kriegsfilm, nie zuvor gab es einen Kriegsfilm, der fast nie im Schlachtfeld spielt und der trotzdem so realistisch ist.
"Thin Red Line" lässt den Zuschauer verzweifeln, im Herzen weinen und gleichzeitig hoffen. Die Bilder der melanesischen Eingeborenen strahlen in voller Schönheit, ihre Gesänge leuchten aus den Lautsprechern und gehen mitten ins Herz. Hans Zimmer wusste, das er dies nicht mehr perfektionieren konnte, und fügte lediglich einige Orchestrationen hinzu. Selten entstand in der Geschichte des Films ein so einprägsamer Soundtrack von solcher Emotionalität.
Die grandiosen Bilder von Kameramann John Toll gleiten schwerelos über die Hügel von Guadalcanal und das geniale Buch ließ Hollywoods junge Elite vor Malicks Büro Schlange stehen. Seine Genialität veranlasste sie auch (wie zB. George Clooney) mit einer einminütigen Rolle einverstanden zu sein. Sie waren seinem Genie bewusst.
Leider konnte der Film bei den Oscars trotz sieben Nominierungen keinen für sich verbuchen, ein Zeichen von Malicks Outsider-Dasein in Hollywood. Obwohl der Regisseur in zwanzig Jahren nur drei Filme gedreht hat genießt er etwas, dass nur die größten der großen für sich verbuchen können: Respekt.
"Der schmale Grat zeigt keine blutigen Schlachten, er ist poetischer als jedes Buch, jedes Gedicht der Welt und wirkt dadurch manchmal umso realistischer. Ein Film, bei dem das Herz beginnt zu weinen.


ein kriegsfilm für den kopf

der schmale grat ist kein film für ein breites publikum. er ist kein film für die aktionfans, welche von Schwarzhawkdown und saving private ryan angetan waren. er ist auch kein film der auf blosses pathos setzt. der schmale grat ist vielmehr eine mischung aus dichtung/poesie,schrecken des krieges/ und charakterstudie. dadurch zieht sich der film zwar etwas in die länge und wird teilweise langatmig. trotzdem schafft es malik niemals den film langweilig werden zulassen. er vermittelt dem zuschauer vielmehr eine einsicht in ein paradies, das sich mitten im wahnsinn des krieges befindet. da treffen den zuschaueer nach kampfszenen auch mal 2-3 minuten völliges dschungelambiente, mit tollen bilder und super hintergrundmusik.<BR>einer, wenn nicht der beste kriegsfilm aller zeiten und mit kaum einem anderen kriegsfilm zuvergleichen. daher auch für viele gewöhnungsbedürftig.


Unterscheidet sich vollkommen von "Saving Private Ryan"

Dummerweise kam "Saving Private Ryan" vor "Thin Red Line" im Kino.
Spielbergs Film ist sicherlich das beste Mittel jemandem die Grauen des Krieges bildhaft vor Augen zu führen und klar zu machen, was Soldaten nicht nur damals, sondern sicher auch noch heute mitansehen müssen.<BR>Wo aber Spielberg sich nach 20 legendären Minuten Kinogeschichte in typischer Hollywood- Pseudodramatik verliert, kann Mallicks Film auftrumpfen.
"Thin Red Line" hat die bessere Musik, hat den höheren Anspruch und meiner Meinung nach die bessere Wirkung.<BR>Hier gibt es keine Schlacht wie in "Saving Private Ryan", dafür aber wird hier ein Gefühl überaus gut zum Zuschauer transportiert: ANGST!<BR>Nichts ist schrecklicher, als die Szene des Sturms auf das japanische Biwak; die Ausdrücke der Angst bei allen Beteiligten stechen hervor.<BR>Dieser Film sticht wiegesagt in anderer Weise hervor:<BR>durch Emotion, nicht durch den visuellen Kriegseindruck.
Geradezu fantastisch sind die Landschaftsbilder, welche sich nicht so recht in das Kriegsszenario einreihen möchten und die Eingeborenen welche, in einer eindrucksvollen Szene dargestellt, absolut keine Notiz vom Krieg der "Zivilisation" nehmen bilden ebenfalls ein weiteres Stück in der Wirkung des Films.
Hervorzuheben ist noch der Soundtrack von Hans Zimmer, welchen ich JEDEM nur wärmstens empfehlen kann, denn solche tollen Melodien habe ich bisher nur selten auf einer CD gehört.
Wie man allerdings einen solchen Film mit oberflächigen billigen Actionfilmen wie "Mut zur Wahrheit" vergleichen kann, ist mir noch immer ein Rätsel... ;-)





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