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Ausnahmezustand
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Lob und Kritik

ausnahmezustand
Jahr: 1998
Klassifikation: Regisseure - Zwick, Edward

Schauspieler/Schauspielerinnen:

- Bruce Willis
- Denzel Washington
- Edward Zwick
- Graeme Revell




Unfreiwillig Realität geworden

"Ausnahmezustand" ist im Großen und Ganzen ein gelungener Action-Thriller, der den Zuschauer manchmal ueber etwas laengere "Durststrecken" fuehrt, aber dann auch wieder spannende Augenblicke erzeugt. Was zu seinem Erscheinungstermin so uebertrieben wirkte und wirklich nur eine Ausnahmesituation darstellte, liegt nach den juengsten Geschehnissen in den USA nicht mehr so fern und weist mit Sicherheit mittlerweile auch den einen oder anderen wahren Kern auf. So grenzenlos und leer der Rassismus gegen das islamische (arabische) Volk wirkte, so erschrekend nahe ist er heute ins Rampenlicht gerueckt. Daher verliert die Kritik, daß der Film unrealistisch ist auch ihre Konturen.
Das Staraufgebot laeßt wenig auszusetzen. Mit am Set waren u.a. Denzel Washington (Philadelphia) und Bruce Willis (Stirb langsam), wobei beide auch schon deutlich bessere Augenblicke hatten.
Trotz der Verankerung in aktuelle Themebereiche ist nicht zu verkennen, daß es sich bei "Ausnahmezustand" um ein unterhaltsames "Massenprodukt" vom Hollywood Fliesband handelt. Dennoch abendfüllend und daher Actions-Fans zu empfehlen.
Probleme mit der DVD sind bis dato keine aufgetreten.


Reell gewordener Film

Damals - als der Film 1998 gedreht wurde - spielte man lediglich nur mit dem Gedanken, eine Terrorgruppe könnte New York in Schutt und Asche legen. 2 Jahre später wurde es Wirklichkeit.
Eine Terrorgruppe versucht in New York ihren gefangengenommen Anführer „befreien". Was Anfangs noch als Warnung gilt (eine Bombenattrappe mit blauer Farbe explodiert in einem Bus), wird jedoch wenig später brutale Wirklichkeit. Die Terroristen sprengen schließlich ein vollbesetzten inmitten von Brooklyn in die Luft und reißen Dutzende von Menschen in Tod.
Special-Agent Hubbard (Denzel Washington) Leiter der FBI-Behörde für Antiterror, versucht zusammen mit der CIA die Rädelsführer und deren Getreuen zu fassen. Doch ehe dies geschieht, explodiert die nächste Bombe. Wie lange noch kann er die Regierung davon abhalten den Ausnahmezustand auszurufen und damit den Einsatz tausenden von Soldaten inmitten der eigenen Bevölkerung zu bewilligen.
General Devereaux (Bruce Willis) erhält schließlich den Befehl der Regierung jeden Stein in New York nach den Terroristen umzudrehen. Jeder hat Mittel, Informationen aus gefangenen „Verdächtigen" zu bringen. Doch Devereaux begibt sich mit seinen „Verhören" an die Grenzen der Menschrechte - währenddessen explodiert die nächste Bombe in Brooklyn.
Ein Filmd der damals die Gemüter der Menschen erregte. „Kann das wirklich bei uns passieren?" Nein! Ist doch nur ein Film." Was ich meine, wird sich jeder denken können.
Dem Regisseur ist hier ein Film gelungen, der uns hier die Grenzen der eigenen Sicherheit aufzeigt. Niemand ist mehr sicher und trotz aller Bemühen der Sicherheitssysteme, kann uns anscheinend nichts vor Terroristen schützen.<BR>Doch sitzt auch die Unmenschlichkeit in den eigenen Reihen (General Devereaux), die versucht die Gefahr von uns abzulenken. Methoden und Mittel, um auch nur an jede denkbare Information zu kommen - sei es bis in den Tod.
Alles in allem (damals ein fiktiver) sehr genial gelungener Film, der uns (mittlerweile) die eigenen Grenzen der Sicherheit und Machbarkeit, der „ehrlichen" Zusammenarbeit der Dienst und Behörde und die staatlichen Mittel der Gewaltkontrolle aufzeigt.


Aktuell und beispielhaft

Der Film lockt vordergründig mit großen Namen, hat aber inhaltlich genug zu bieten, um ihn uneingeschränkt empfehlen zu können. Denzel Washington spielt gut wie immer, Bruce Willis mimt mal den Fiesling und Anette Bening überzeugt als etwas weltfremde und melancholische CIA-Agentin, die sich zu intensiv mit ihrem Observations-Objekt einlässt.
Die Thematik ist ja leider sehr aktuell geworden und zeigt, wie es in den USA nach dem 11.09.01 schlimmstenfalls hätte laufen können. Das gezeigte Szenario auf Seiten der US-Regierung ist erschreckend und angsteinflößend, nach den aktuellsten Entwicklungen aber mittlerweile durchaus vorstellbar.<BR>Die Themen Islam und Fundamentalismus wurden sehr behutsam und differenziert angegangen und der Film versackt glücklicherweise nicht in klischeehafter Schwarz/Weiß-Malerei. Ein intelligenter Film, der zeigt, wie Fundamentalismus entstehen kann und dass hinter Religionen immer Menschen stehen und nicht nur blindwütige Fanatiker.
Die Bildqualität ist sehr gut. Sowohl bei Nahaufnahmen als auch bei Totalen ist die Bildschärfe sehr gelungen.<BR>Der Ton in DD 5.1 kann mit aktuellen Actionfilmen zwar nicht mithalten, aber das steht bei diesem Film eh nicht im Vordergrund. Bei den diversen Explosionen kracht es aber schon ordentlich in allen Zimmerecken und man sollte den Sub nicht zu laut einstellen.





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